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Was du den Ehrenamtlichen in deinem Verein bieten musst

Was du den Ehrenamtlichen in deinem Verein bieten musst

Ehrenamt

Drei Schritte zu mehr Ehrenamtlern

 

In der diesem Beitrag geht es darum, wie du Ehrenamtliche für deinen Verein gewinnen kannst. Die Lösung ist meistens so: Vereine rekrutieren ihre Ehrenamtlichen aus dem familiären Umfeld. Entweder werden Eltern von sporttreibenden Kindern eingebunden oder die Eltern leben ihren Kinder das Engagement vor, was die Kinder motiviert, sich ebenfalls in dem Verein zu engagieren. Das diese Vorgehensweise keine nachhaltige Strategie zur Ehrenamtsgewinnung ist, liegt auf der Hand. Erschwert wird dies durch gesellschaftliche Weiterentwicklungen. Es ist heute schon fast normal, dass junge Menschen nach ihrem Schulabschluss zum Studium in eine andere Stadt gehen oder ein Auslandsjahr einlegen. Daraus folgt auch, dass junge Übungsleiter, Jugendwarte etc. nicht mehr wie früher 20 Jahre im Verein bleiben.
Doch auch bei Erwachsenden haben sich die Anforderungen verändert. Viele suchen immer neue Herausforderungen, indem sie z.B. lieber projektbezogen Arbeiten als immer sich wiederholende Arbeit zu verrichten. Sie streben nach Selbstverwirklichung und erwarten daher auch Herausforderungen im Verein.
Deine erste Erkenntnis muss also sein, dass du es nicht dem Zufall überlassen solltest, ob sich Leute bei dir im Verein einbringen. Das kannst du dir schlichtweg nicht leisten, da du mit vielen Angeboten und Institutionen konkurrierst und sonst leer ausgehst! Deswegen präsentieren wir dir jetzt drei Punkte, damit du ein gutes Fudament für eine erfolgreiche Ehrenamtsarbeit legen kannst.

1. Triff die Entscheidung, dass du das Thema Engagement in deinem Verein angehen möchtest

Die erste Frage, die du dir stellen solltest, ist: „Haben alle im Verein das gleiche Verständnis von der Situation? Ist überhaupt geklärt, in welchem Vereinsbereich ihr Ressourcen bieten wollt oder auch könnt?“ Wenn du dies mit „JA“ beantworten kannst, solltet ihr euch attraktiv für Ehrenamtler präsentieren. Dies geht am besten, indem ihr ein positives Bild in der Öffentlichkeit abgebt. Dies könnt ihr unterstützen durch die Nutzung eurer eigenen Kommunikationskanäle, wie eure Webseite oder Social Media. Denke aber immer daran, dass effektivste Mittel zur Werbung ist die Mund-zu-Mund-Propaganda.

Wenn du anschließend Interessenten für eine ehrenamtliche Stelle hast, gib ihnen auch die Aufgaben, die sie wirklich machen wollen und den entsprechenden Freiraum, der nötig ist. Zusammengefasst, ihr müsst dem Ehrenamt bei euch im Verein quasi ein Gesicht geben und es immer wieder ins Gedächtnis der Mitglieder rufen.
Aber wie erreicht man das? Überlege doch einmal, ob ihr nicht einen festen Ansprechpartner installiert, der sich nur um die Ehrenamtlichen kümmert und ihre Interessen berücksichtigt. Bei einem größerem Verein könnte man auch über ein Ehrenamts-Team nachdenken.

Falls du aber bei der Eingangsfrage feststellst, dass bei dir im Verein kein gemeinsames Verständnis vorliegt, empfehlen wir ein Treffen in 4 Stufen:

  • Erst einmal muss sich der Vorstand einig sein über eine mögliche gemeinsame Philosophie
  • Dann sollten die Engagierten dazukommen, damit sich euer Horizont erweitert und du ein Gespür dafür bekommst, wo deine Helfer noch Potenziale für Verbesserungen sehen und wie deren Sichtweisen sind
  • Hier kristallisieren sich möglicherweise auch schon die ersten Ansprechpartner heraus, die dann die Ehrenamtsvertretung bilden können
  • Diese Philosophie, die ihr erarbeitet, solltet ihr auf jeden Fall schriftlich festhalten!

Das Ergebnis kann schlussendlich auch in eure Satzung oder in eurem Leitbild verankert werden. Bedenkt, dass der Vorstand nicht die ganze Arbeit übernehmen muss, aber zu 100% hinter der Philosophie und den handelnden Personen stehen muss.

2. Schaffe eine positive Grundhaltung gegenüber deinen Helfern

Kennst du noch das Gefühl, als du das letzte Mal irgendwo „Neu“ warst? Ja? Mache es deswegen deinen Neuankömmlingen so einfach wie möglich, sich zu integrieren und entwickle und pflege eine Willkommenskultur. Die „Neuen“ haben vielleicht ein anderes Verständnis von Vereinsarbeit oder sind anders geprägt. Deswegen hilf ihnen, dein Verständnis von Vereinsarbeit aufzunehmen. Das vermeidet direkt zu Beginn innere Konflikte auf beiden Seiten und schützt euch vor Unzufriedenheit, wenn die Ehrenamtlichen nicht das bekommen, was sie erwartet haben oder wenn du etwas erwartest, was der Ehrenamtliche gar nicht leisten möchte oder sich darunter vorstellt.
Desweiterem erwecke nicht den Eindruck, dass ihr ein Verein seid, wo nur ausgewählte Mitglieder Zutritt bekommen. Möglicherweise möchte sich jemand einbringen, hat aber keine Möglichkeit mit euch in Kontakt zu tretten und seine Ideen zu teilen. Deswegen kommuniziert transparent nach außen, dass ihr Ehrenamtler sucht beispielsweise deutlich sichtbar auf eurer Webseite und achtet darauf, dass der Umgang mit „Neuen“ wertschätzend und respektvoll ist. In der Praxis hat es sich bewährt, eine Willkommensmappe zusammenstellen, wo die wichtigsten Facts und Ansprechpartner aufgelistet sind. Außerdem kommt es bestimmt sehr gut an, wenn eurer neuer Ehrenamtler gleich zu Beginn mit Vereinskleidung ausgestattet wird.
Du solltest aber niemals voraussetzen, dass jemand aus dem Verein sich zusätzlich einbringen soll – das ist erzeugt Druck bei der Person und kann schädlich für die Gesamtstimmung im Verein sein. Versuche immer zu allen Ehrenamtlern wertschätzend zu sein, schließlich sind sie motiviert und bringen ihre Freizeit ein. Gib ihnen die Freiheit sich dort einzubringen, wo es aus ihrer Sicht am besten passt. Schließlich durchlaufen die Ehrenamtler in ihrem Leben verschiedene Lebensabschnitte und daher verändern ich auch die individuelle Anforderungen und die Vereinbarkeit an eine Tätigkeit im Verein. Erstelle daher individuelle Arbeitspakete, die zu den Personen in der jeweiligen Situation passen. Es macht mehr und mehr Sinn Aufgabenbereiche flexibler zu gestalten und Aufgaben zu trennen bzw. Teams oder Tandems zu bilden. Am Ende sollen deine Ehrenamtler schließlich nicht den Spaß verlieren.

3. Kümmere dich um die Basics der Vereinsarbeit und biete deinen Engagierten einen Mehrwehrt

Was ist mit Basics gemeint? Es sind die ganz grundlegenden Sachen, wie u.a. den Versicherungsschutz aktuell halten. Wenn ein Ehrenamtlicher z.B. einen Schaden an seinem privaten PKW während einer Einsatzfahrt für den Verein erleidet, sollte die Vereinshaftpflicht für Ehrenamtler greifen. Wenn bei einem solchen Fall jemand privat zahlen muss, wird sich das sicherlich schnell rumsprechen.
Wertschätzung hatten wir bereits weiter oben erwähnt. Aber neben dem klassischem „Danke“, könntest du auch über Geburtstagskarten, Adventskalender oder Vereinskleidung nachdenken. Außerdem würde eine Würdigung in deiner Vereinszeitschrift oder auf deinen Social-Media-Kanälen sicherlich gut ankommen. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt und unserer Meinung nach, sagt man lieber einmal zu viel „Danke“ oder macht einen Bericht, als einmal eine Gelegenheit auszulassen. Du wirst den Unterschied in der Wahrnehmung des Vereins bemerken!
Finanziell empfehlen wir dir, dass du für deine Ehrenamtler die Möglichkeit der Aufwandsentschädigung oder Überleitungsleiterpauschale in Betracht ziehst. Es sind per Gesetz Freibeträge definiert, die ihr ohne Folgen ausschütten dürft. Die Freibeträge für Übungsleiter wurden vor kurzem von 2.400€ auf 3.000€ im Jahr erhöht. Die Aufwandsentschädigung für Ehrenamtliche wurde von 720€ auf 840€ angehoben. Am bestens schaut ihr einmal in eure Satzung, ob diese solche Entschädigungen vorsieht und für welche Positionen dies möglich ist. Falls ihr feststellt, dass ihr Korrekturbedarf habt, nutzt die nächste Gelegenheit zur Nachbesserung. Übrigens müsst ihr die Beträge nicht immer auszahlen. Übungsleiter können freiwillig auf die Auszahlung verzichten und dafür eine Spendenbescheinigung bekommen, welche sich dann in der Steuererklärung positiv auswirkt. Das Ganze muss natürlich auf Freiwilligkeit beruhen.
Auch wenn ihr euch ggf. dagegen entscheidet euren Ehrenamtlern Pauschalen zu zahlen, solltet ihr aber auf jeden Fall dafür sorgen, dass sie kein eigenes Geld für den Verein ausgeben müssen. Verauslagte Kosten z.B. für Druckerpatronen oder Fahrtkosten zurückzuerstatten, gehört zum guten Ton. Weitergedacht, empfehlen wir euch aber auch die Stellung von Obst im Vereinsheim oder von Getränken bzw. Snacks bei Sitzungen. Aber auch die Erstattung von Weiterbildungen und Qualifikationen sollte eigentlich selbstverständlich sein. Schließlich hat der Verein hiervon einen direkten Vorteil. Plant hierfür am besten ein bestimmtes Budget am Jahresanfang ein. Der letzte Punkt, welchen wir hier anbringen wollen, haben wir bereits im letzten Blogeintrag genauer thematisiert – gebt euren Ehrenamtlern auf Wunsch ein Ehrenamtszeugnis.

Wir hoffen, dass wir dich davon überzeugen konnten, wie wichtig es ist, sich Gedanken über ein effektives Ehrenamtsmanagement zu machen. Wir glauben, dass dies eine der Grundlagen für einen erfolgreiche Vereinsarbeit ist. Wenn du dich jetzt entscheiden solltest, eine neue Philosophie im Ehrenamt zu implementieren, würden wir uns sehr freuen, wenn du uns davon erzählst.

Deine Vereinsstrategen
(MSc)

 

Wie dir dein Ehrenamt einen Karriereboost geben wird

Wie dir dein Ehrenamt einen Karriereboost geben wird

Ehrenamt

Nutze dein Ehrenamt sinnvoll aus

 

In diesem Beitrag geht es um die Frage, wann Ehrenamt vorteilhaft für deine persönliche Karriere ist. Dabei betrachten wir auch die Voraussetzungen, welche ein Verein seinen Ehrenamtlern bieten sollte.

Grundsätzlich gibt es diverse Gründe sich in einem Verein ehrenamtlich zu engagieren – Spaß, Selbstverwirklichung, aber eben auch die Sammlung von neuen Erfahrungen, welche für das Berufsleben relevant sein können. Gerade wenn du noch jung bist, vielleicht noch zur Schule gehst oder studierst und keine oder nur wenig Berufserfahrung hast, spielt deine außerschulische Aktivität eine große Rolle für deinen potenziellen Arbeitgeber. Es kann der entscheidende Wettbewerbsvorteil gegenüber deinen Konkurrenten sein. Stell dir vor, du bewirbst dich auf eine Stelle für einen Uniabsolventen. Dann sind in der Ausschreibung oft Soft Skills wie Belastbarkeit, Kommunikationsstärke, Organisationstalent oder Teamfähigkeit gefordert. Aber wie soll man dem potentiellen Arbeitgeber nachweisen, dass man die Skills auch wirklich hat? Hier kommt die ehrenamtliche Vereinsarbeit ins Spiel:

  • Bist du beispielsweise im ständigen Einsatz für die freiwillige Feuerwehr oder fährst am Wochenende ehrenamtlich als Sanitäter auf dem Rettungswagen mit? Damit solltest du einiges an Belastung aushalten können.
  • Wenn du für deinen Verein die Öffentlichkeitsarbeit übernimmst oder in einer leitenden Funktion Verantwortung übernimmst, hast du sicherlich ein Händchen für Kommunikation und weißt, wie man andere Personen ins Boot holen kann.
  • Du bist ein kleines Organisationsgenie, weil du seit Jahren das Sommerfest organisierst? Erzähl in deiner Bewerbung davon, welche Aufgaben du übernimmst.
    • Wenn du dich regelmäßig im Vorstand, einer Jugendvertretung oder einer Projektgruppe engagierst, kannst du damit nachweisen, dass du im Team arbeiten kannst.

Dich im Ehrenamt fördern – Aufgabe vom Verein, aber vor allem von dir selber

Damit du diese Fähigkeiten aber erwerben kannst, muss dein Verein dir aber auch die Möglichkeiten dazu geben. Schauen wir uns auch das einmal an Beispielen an. Möchte der Verein erreichen, dass sich Jugendliche in Ämter wählen lassen, sollte er sie auch unterstützen beim Erlernen einer konstruktiven Debattenkultur oder einer guten Selbstpräsentation. Genauso sollte ein Vereinen den Ehrenamtlern genügend Raum geben, ihre eigenen Ideen umzusetzen, ohne dass sie große Konsequenzen beim Scheitern fürchten müssen. Dies hilft den Ehrenamtlern auch über den Tellerrand hinaus zu schauen und ist weitere Lebenserfahrung, aus der sie lernen können.
Doch auch du selber kannst dir durch deine Handlungen im Verein einen echten Vorteil verschaffen. Wenn du z.B. viel Verantwortung übernimmst, kommst du auch mit vielen Leuten im Verein in Kontakt. Ggf. lernst du einen Türöffner zu deinem Traumjob kennen. Genauso kannst du versuchen, dass die Verantwortung, welche du übernimmst, zu deinen späteren Berufswünschen passt. Möchtest du später Grafiker werden, wäre es eine gute Idee das Design der Webseite oder die Pflege der Social-Media-Accounts zu übernehmen.

Bewerbung und Vorstellungsgespräch

Bei einer Bewerbung empfehlen wir dir daher ganz klar, dein ehrenamtliches Engagement in deinem Lebenslauf hervorzuheben. Last euch hierfür ein unterschriebenes Ehrenamtszeugnis auf dem offiziellem Briefpapier ausstellen. Beachte hierbei, dass folgende Punkte aufgeführt sind:

  • Deine Tätigkeiten, die du gemacht hast und die Schwerpunkte deiner Arbeit
  • Der Zeitaufwand, welchen du pro Monat im Schnitt investiert hast
  • Welche Fähigkeiten du dadurch erlangt hast und ob du an Fortbildungen/Qualifikationen teilgenommen hast
  • Beschreibung einer vollzogenen Entwicklung über mehrere Jahre, z.B. vom Spieler zum Trainer zum Abteilungsleiter

Am Ende wählen Unternehmen gerade Absolventen im Bewerbungsgespräch nach den Kriterien Abschlussnote, persönlicher Auftritt und Berufserfahrung aus. Gerade bei den letzten beiden Punkten kann eure Vereinsarbeit euch echte Vorteile bringen. Durch die Diskussionen mit dem Vorstand tretet ihr jetzt selbstsicherer auf und könnt dann auch auf diverse Fragen antworten:

  • Was sind die Motive für dein Engagement?
  • Wie bist du mit einem Problem in deiner Vereinsarbeit umgegangen und wie hast du es gelöst?
  • Warum haben sie ein freiwilliges Jahr gemacht und nicht gleich nach dem Schulabschluss studiert oder eine Ausbildung gestartet?

Zwei Warnhinweise müssen wir dir allerdings auch bei einem möglichem ehrenamtlichen Engagement mit auf den Weg geben. Vorsichtig solltet du sein bei politisch gesinnten Ämtern oder einer Gewerkschaftstätigkeit. Je nachdem, wo du dich später bewirbst, könnte dir das negativ ausgelegt werden. Darüber hinaus pass auf, dass du nicht zu viele ehrenamtliche Tätigkeiten gleichzeitig übernimmst – am Ende reichen 2 bis 3 im Bereich des angestrebten Jobs auf jeden Fall aus. Wenn du zu viele machst, könnte man die Vermutung aufstellen, du willst nur möglichst viel in deinem Lebenslauf stehen haben und hast aber nur wenig Zeit real in die einzelnen Tätigkeiten gesteckt.

Und die Vereine…

Zum Schluss drehen wir den Spieß jetzt noch einmal um – nicht nur die Bewerber haben durch gute Entwicklungsmöglichkeiten in deinem Verein Vorteile, sondern auch der Verein selber. Die Vorteile für den Einzelnen solltest du beim Werben potentieller Interessenten auf jeden Fall primär erwähnen. Auch empfehlen wir dir auf jeden Fall eine Aufgabenbeschreibungen für die verschiedenen Positionen in deinem Verein anzulegen und damit gezielt die Aufgabengebiete und zu erlernenden Skills herauszustellen. Dazu gehört auch, dass ein Zeugnis für Ehrenamtler als Vorlage im Verein vorhanden ist und schnell individuell angepasst werden kann, falls es benötigt wird.

In diesem Sinne wünschen wir allen viel Spaß bei deiner ehrenamtlichen Tätigkeit. Denkt immer daran du opferst nicht Zeit, sondern entwickelst dich im Ehrenamt weiter.

Deine Vereinsstrategen

(MSc)